19. Dezember 2013

In der Vergangenheit schwelgen: Mode

Wie hat das alles mit der Mode bei dir angefangen?

Für mich gab es als Kind nix Schöneres als bei meinem Großvater, der nebenan wohnte und ein Schneider war, Knöpfe und Garnrollen zu sortieren. Dabei konnte ich mir dann auch Geschichten aus dem Krieg anhören, die ich schon als Kind gerne gehört habe, besonders wenn man seine Überlebensgeschichte aus dem Gefangenenlager in Sibirien kannte. Er hatte damals schon für die Generäle und Lagervorsteher immer die Knöpfe an die Jacken, sowie die Löcher in den Socken gestopft und somit hat er sich ein paar Lebensmittel dazuverdient.

Außerdem hatte ich das Glück, dass ich mit 2 älteren Geschwistern aufgewachsen bin. Ja, manchmal kann man schon vom Nesthäkchendarsein profitieren. Meine Schwester ist 9 Jahre älter und mein Bruder 11 Jahre älter. Er hat schon Skinny-Jeans in den 80ern getragen, als es die meisten hier noch gar nicht gab. Dank meiner Schwester habe ich schon mit 8/9 Jahren die Vogue, Elle und Petra gelesen und mir waren diese Modezeitschriften auch immer lieber als die Bravo. Auch wenn ich früher eine riesige Bravo-, Girl- und Mädchensammlung hatte. Aber was will man denn sonst machen, wenn man in einem 900-Seelen-Dorf aufwächst. Meine Liebe zur Mode und meine Experimentierfreudigkeit (besonders bei meinen Haaren) fiel extremst auf. Man wurde gerne - nur weil man gerne Schwarz trug - als Satanist bezeichnet.

 Dank meine Mutter, die damals in Schweden noch als Textiltechnikerin gearbeitet hat, und dann als ich 8 war einen Handarbeitsladen im Dorf eröffnet hatte, habe ich auch ein sehr ausgeprägtes Verständnis für Farben. Manchmal kann ich mich mit einigen Farbkombinationen, die derzeit im Trend sind anfreunden und manchmal finde ich (besonders diese Colorblockingsache) sie ganz schrecklich. Ich konnte als Kind alle Farbnummern bei MEZ und DMC Garnen zu den Farben zuordnen. Und es hat mir auch immer Spaß gemacht, mich mit verschiedenen Stoffbeschaffenheiten und Garnen zu beschäftigen. Damals brauchte ich keinen PC oder GameBoy. Ich hatte meine Welt im heimischen Handarbeitsladen. Und natürlich kann ich auch Stricken, Sticken und Häkeln, aber leider vernachlässige ich diese Arbeiten derzeit etwas. Dafür dekoriere ich gerne meinen Esstisch oder schaue im Netz nach schönen Dekorationsartikeln. Ich habe früher auch schon Freundschaftsbänder geknüpft, quasi wie eine Wilde.



An meiner alten Schule gabs auch nur ein paar Leute, mit denen ich in einer Art Clique war, die sich etwas anders angezogen haben, als die Masse. Man wurde ja damals schon doof angeschaut, wenn man dunkelblaue Dr. Martens trug oder einen "Kuhfellmantel" oder eine enge Jeans mit aufgenähten Reissverschlüssen (wie Gwen Stefani im "Don't Speak" Video). Alles was von 08/15 abwich, wurde schräg angeschaut. Und dann hatte ich ja auch noch raspelkurze Haare. Will sie ein Junge sein? Nein, sie wollte sich einfach nur von euch abheben. Mit 15 habe ich dann auch meine Haare wieder wachsen lassen. Aber ich war erst mit 19 wieder richtig blond. Davor fand ich Rot und Violett doch interessanter. Und zum Glück gibts davon keine Fotos mehr.

Wo findest du deine Inspirationen? 

Ich finde sie im Internet und besonders auf meinem Tumblr thesofiediaries . Dort könnte ich mich auch stundenlang aufhalten. Aber auch wenn ich in Dortmund oder Düsseldorf oder auf irgendwelchen Events unterwegs bin, dann sehe ich auch toll gekleidete Menschen, bei denen alles stimmig ist und man sieht, dass sie nicht Mode leben, sondern ihren Stil gefunden haben. Aber auch auf anderen Blogs sehe ich sehr oft Kombinationen bei denen ich mir denke, dass ich sie auch so tragen kann, aber dann müsste ich meinen Kleiderschrank erst mal wieder ausmisten.


Apropos Kleiderschrank. Manchmal stelle ich mich sogar vor den Kleiderschrank und stelle in Gedanken einige Outfits zusammen. Das Gute an meinem Kleiderschrank ist, dass ich alle Sachen schon mal getragen habe und theoretisch alles miteinander kombinieren kann. Außer die Bomberjacke und das Missoni-Look-a-like Kleid. Vielleicht würde das in Berlin passen, aber nicht hier. Ich achte auch immer darauf, wo ich was anziehe. Also ich würde jetzt nicht im Bikini ins Kloster gehen.

Kommentare:

  1. Was eine süße Geschichte, hört sich toll an deine Kindheit.

    Liebe Grüße :)
    http://jule-elysee.blogspot.de/

    AntwortenLöschen
  2. Wie süß ♥
    Wie findest du das Buch? :)

    AntwortenLöschen